Jens Feuring

Jens Feuring ist einer der Gründer und Geschäftsführer der ACTIWARE GmbH und zeichnet u.a. verantwortlich für die Bereiche Innovation und Strategie. Durch seine langjährige Erfahrung in den Bereichen ERP, ECM, BI, Portale, Prozess- und Integrationsmanagement verfügt er über entscheidendes interdisziplinäres Wissen zur Realisierung ganzheitlicher ECM/EIM Lösungen.

Speziell im Bereich ECM ist er leidenschaftlich aktiv, wenn es um SharePoint, ELO, SAP, MS Dynamics, Integrationen, Workflow, Fachapplikationen und intelligente Klassifizierung / Datenextraktion geht. Technologisches Know-how, Praxiserfahrung und Mut zu neuen Konzepten treiben ihn an.

1. Herr Feuring, Sie sind Referent bei der ECM World für einen Praxisvortrag zu SAP ECC & MS Dynamics NAV. Welche drei Schlagworte charakterisieren die Inhalte Ihres Vortrags?

  • Integration – Compliance – Wissen
  • Ganzheitliche Integration verbindet Informationen aus internen und externen Systemen zu nutzbarem Wissen und sorgt für die Einhaltung interner und externe Richtlinien

2. Wie wichtig ist ECM im Kontext von ERP-Systemen wie SAP ECC und MS Dynamics NAV? Ist ECM da nicht primär ein “Nebenschauplatz”?

Nein, im Gegenteil, insbesondere in unserer wissensbasierten oder besser wissensabhängigen Gesellschaft ist das ECM von großer Bedeutung. Es stellt bereits bei normalen Geschäftsprozessen (wie z.B. einer Projektabwicklung) strukturierten Informationen bzw. den harten Fakten (Zahlen) der ERP-Systeme die wichtigen weichen Informationen bei. Das kann man immer wieder eindrucksvoll in der Praxis erfahren, wenn vor dem Einzug eines ECM-Systems fleißig mit dem Filesystem, dem E-Mail-Client, Papierordnern und mehr hantiert wird. ECM organisiert hier beispielsweise die wesentlichen Informationen, die vom Menschen zu bewertenden Abweichungen von dem “Standard”-Business beschreiben. Dokumente sind die vom Menschen am natürlichsten verwertbaren Informationsträger.

Wenn Sie die vielen, mittelständischen Weltmarktführer im Raum D-A-CH beachten, fällt schnell auf wie spezialisiert diese Unternehmen tätig sind und wie abhängig die gewinnbringende Beantwortung der täglichen Fragen auf Basis der gespeicherten Erfahrungen ist.

ECM fügt die Informationen für Entscheider, Sach- und Wissensbearbeiter zu einem großen Ganzen zusammen.

3. Was sind die besonderen Herausforderungen beim Zusammenspiel von ERP-Systemen und ECM-Systemen?

Eine perfekte Integration. Häufig werden hier unnötig viele Anpassungen programmiert und immer wieder Einzelschicksale in Projekten geschaffen. Auch die Brisanz des Eingriffes in ERP-Systeme und deren Auswirkung auf Updatefähigkeit – insbesondere bei den stetig steigenden Funktionsanforderungen – werden nicht bedacht. Dabei gibt es hier sehr gute Standards, die universelle Antworten bieten und selbst auch noch bei Austausch eines ERP-Systems funktionieren!

Mit den steigenden inhaltlichen Anforderungen ist außerdem die Frage, wie gut der Anbieter Branchenanforderungen und Best Practices schon über technologische Funktionen liefern kann (d.h. Dienstleistungen risikoarm und gewinnbringend minimiert werden können).

4. Wie gut funktioniert die Integration von ERP-Systemen und ECM-Systemen in der Praxis tatsächlich? Welche Verbesserungen würden Sie sich wünschen?

Hier differieren die technologischen Ansätze erheblich. Dem Großteil individuell ausprogrammierter Lösungen “einzeln für jedes ERP” stehen sehr wenige universelle Lösungen gegenüber. Echte Branchenlösungen und Best Practices sind aber ERP-unabhängig und die Frage ist, wie diese mit Einzellösungen geschaffen werden können. Im Hinblick der Weiterentwicklung von ECM zu EIM ist es mit singulären Schnittstellen ohnehin nicht getan. Hier sind ganzheitliche Informationsintegrations- und Informationstransformationsplattformen notwendig.

5. Welche Trends sehen Sie bei ERP-Systemen in Verbindung mit Enterprise Content Management? Gibt es beispielsweise Bestrebungen ECM-Funktionalitäten in ERP-Systeme zu integrieren?

Es gibt von beiden Seiten Ansätze, die auf Überschneidungen hindeuten. ERP-Anbieter versuchen aus Ihrem Fokus das “bisschen ECM” in die Produkte zu integrieren, hier werden in der Regel einfach organisiert Dokumente zu Geschäftsobjekten gespeichert. ECM-Anbieter auf der anderen Seite bieten immer mehr Fachapplikationen (z.B. Vertragsmanagement), die über das Handling von Dokumenten und deren Daten hinausgehen. Häufig wird dabei aber nicht die Tragweite der dahinter stehenden Business-Logik und der Integration einzelner Themen in eine ganzheitliche Lösungswelt beachtet. Betrachtet man diese Projekte, sind die Ergebnis häufig starr oder kundenindividuell.

Diese Funktionsüberlappungen sind mit dem Wachstum des Themas Informationsmanagements wohl auch kaum zu vermeiden, gilt es doch für beide Anbieterwelten Basisfunktionen bereitzustellen.

6. Was sind Ihre Erwartungen für die ECM World?

Informationsaustausch, Gewinnung neuer Partner und Kunden, Weiterentwicklung des Marktes durch das Engagement aller.

Vielen Dank für das Interview, Herr Feuring!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.

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2 Gedanken zu „Jens Feuring zu ERP- und ECM-Systemen

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