Fabian HenrichsenFabian Henrichsen versteht sich als Mittelstandsweiterdenker. “Nur der Mensch macht’s” ist sein Credo. Unternehmertum und die Vision vom Arbeitsplatz der Zukunft sind seine Leidenschaft. Als Master (Sc.) in International Economics mit Abschluss an der Universität Paderborn sammelte Henrichsen interkulturelle Erfahrungen während seiner Auslandsstudien an der Idaho State University (USA) und Oita University (Japan). 2008 trat er die Firmennachfolge bei der HENRICHSEN AG an und übernahm 2011 den Vorstandsvorsitz. In der Verantwortung für die strategische Unternehmensentwicklung prägte er die neue Ausrichtung des Unternehmens auf Informationslogistik und internationales Wachstum. Kunden berät er in Bereichen strategische Unternehmensführung, ganzheitliches Informationsmanagement sowie moderne Kommunikation. Neben seinen Aktivitäten in den Verbänden BITKOM und Bayme hält er regelmäßig Vorträge und Key Notes.

1. Herr Henrichsen, Sie sind Referent beim ECM WORLD Kongress in der kommenden Woche. Mit welchen drei Schlagworten können wir Ihren Beitrag auszeichnen?

  • Digitale Transformation
  • ECM als Basis für den Arbeitsplatz der Zukunft
  • 360° Kundensicht als der zukünftige Wettbewerbsfaktor

2. Was kennzeichnet den digitalen CEO und welche Bedeutung hat dies für das Thema ECM?

Der digitale CEO erkennt die Notwendigkeit der Implementierung einer Digital-Strategie in seinem Unternehmen als Antwort auf die rasende Digitalisierung aller Lebens- und Businessbereiche. ECM als Synonym für eine intelligente Informationsversorgung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nicht nur in Supportprozessen wie Personal oder Finanzbuchhaltung, sondern vor allem in wertschöpfenden und kundenzentrischen Prozessen ist die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt der Schlüssel für Vertriebserfolg und Kundenzufriedenheit.

3. Sprich – das Enterprise Content Management darf nicht beim statischen Schriftgutmanagement stehenbleiben, sondern muss durch eine intelligente Informations- und Wissensbereitstellung den Prozess unterstützen?

Völlig richtig, im Zentrum stehen die Prozesse unserer Kunden. Obwohl häufig in teuren Beratungsprojekten im Ablauf optimiert, existieren erhebliche Ineffizienzen: Mitarbeiter fehlen die notwendigen Informationen zur Entscheidung, es wird viel Zeit mit der Suche nach diesen verschwendet und Kollegen angefragt, die teilweise parallel mit der Beantwortung beschäftigt sind. Das Ziel ist es, im Vorfeld zu identifizieren welche Informationen notwendig sind, die Quellen anzubinden und die Informationen intelligent zur Verfügung zu stellen. Intern in der HENRICHSEN AG nennen wir dies den Übergang von Enterprise Search zu Enterprise Find.

4. Welche Herausforderungen sehen Sie für diesen Ansatz?

Ich würde lieber über die Chancen sprechen! Diese zeigen sich schnell, wenn man Prozesse mit modernen Tools mit und ohne intelligente Informationsbereitstellung modelliert. Die Kosten- und Ressourceneinsparung hochgerechnet auf den jährlichen Durchlauf des Prozesses machen schnell den ROI von ECM Lösung sichtbar. Hierbei ist meist die Quantifizierung der höheren Kundenzufriedenheit und Vertriebserfolge noch gar nicht berücksichtigt. Technisch ist all das möglich, die Erfahrungen in Projekten vorhanden. Entscheidend ist die Weitsicht von Managern im Initiieren und Umsetzen dieser Projekte.

5. Wo sind die Grenzen dieser intelligenten Informations- und Wissensbereitstellung? Und wie können sie überwunden werden?

Die Intelligenz der Bereitstellung hängt davon ab, wie gut erkannt werden kann, welche Information für den Mitarbeiter in der aktuellen Situation wichtig ist. Dies nennen wir den Kontext. Die Qualität des Kontextes hängt davon ab wie gut der jeweilige Prozessschritt, die Rolle des Mitarbeiters und zum Beispiel die Kompetenzen oder persönlichen Interessen des Mitarbeiters aus den Systemen abgeleitet werden kann. Die einfache Modellierung von Prozessen, Definition der Informationsbedarfe und Identifikation der Quellen ist hierbei häufig der erste Schritt um signifikante Ergebnisse zu erzielen. Perspektivisch bietet die Anbindung von Unternehmenskommunikationsplattformen wie Yammer, Jive, o.ä. tolle Möglichkeiten den Mitarbeiter neben über seine Rolle im Unternehmen noch besser zu verstehen und Informationen zugeschnitten zur Verfügung zu stellen. Amazon lebt uns das in Perfektion im B2B-Bereich vor!

6. Welche Erwartungen haben Sie an den ECM WORLD Kongress?

Die Welt befindet sich in einem enormen Wandel, maßgeblich getrieben von Trends rund um die Digitalisierung. ECM bietet Unternehmen großartige Möglichkeiten Wissensarbeit effektiv zu gestalten und den Kunden einen optimalen Service zu bieten. Gleichzeitig stellt der digitale Wandel aber auch die ECM Branche vor neue Herausforderung. Das Verständnis für Prozessunterstützung, innovative Ansätze der Informationsbereitstellung und die Ausweitung des ECM Fokus von unternehmensinternem Content auf Informationen allgemein, das Web miteinbeziehend, sind dabei zentrale Punkte. Dieses Spannungsfeld begeistert mich und ich freue mich auf tolle Gespräche und kontroverse Diskussionen!

Vielen Dank für das Interview, Herr Henrichsen!

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Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.

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