Als Ergänzung zu den bisherigen Experten-Interviews freuen wir uns heute über die Antworten von Werner Lütkemeier von der d.velop AG, die auch zu den diesjährigen Sponsoren der ECM WORLD zählt. Werner Lütkemeier ist Director Corporate Marketing & Operations und bei der d.velop AG für die Marken- und Portfolio Positionierung sowie die Unternehmenskommunikation verantwortlich. Vor seinem Wechsel zur d.velop AG 2014 war er unter anderem beim Infrastruktur Software Hersteller Novell für das nationale- und internationale Marketing sowie die Partnerstrategie zuständig.

Luetkemeier Portrait Juni 2015

1) Herr Lütkemeier, im Mittelpunkt der diesjährigen ECM WORLD stehen die Herausforderungen für das unternehmensweite Informationsmanagement auf dem Weg in die digitale Arbeitswelt. Wo sehen Sie bei d.velop hier die großen Veränderungen?

Das digitale Datenvolumen wird sich nach Prognosen des Marktforschers International Data Corporation (IDC) allein zwischen 2015 und 2020 verzehnfachen. Ein beträchtlicher Anteil dieser gewaltigen Datenmengen wird dabei durch die vernetzte Kommunikation sowie softwarebasierende Geschäftsmodelle entstehen. Die Akzeptanz von allgemein unter dem Begriff „Cloud Computing“ zusammengefassten IT-Betriebsmodellen wird ebenfalls weiter stetig zunehmen. Die Art und Weise wie Unternehmen Informationen intern, mit Geschäftspartnern und mit Kunden- oder Interessentengruppen austauschen, wird sich zunehmend in einer Ad-hoc und eigenverantwortlich definierten Ausprägung organisieren. Gleiches gilt für die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und über die Unternehmensgrenzen hinweg. Strukturierte, klar regulierte und im Verlauf belegbare digitalisierte Fachverfahren und Unternehmensprozesse werden gerade angesichts der oben beschriebenen Auflösung von Informationsbarrieren weiter eine erfolgsentscheidende Bedeutung haben. Strukturierte Prozesse werden zunehmend in einer unternehmens- und organisationsübergreifenden Art und Weise definiert und umgesetzt werden. Der Austausch, die Verarbeitung und die Langzeitspeicherung digitaler Informationen werden unter Aspekten der Nachvollziehbarkeit, der Kontrolle, der Rechtssicherheit, der Informationssicherheit sowie des Datenschutzes zunehmend Gegenstand umfangreicher regulatorischer Vorgaben durch den Gesetzgeber sowie Verbände und Organisationen aller Art sein. Diese Regularien werden sich in ihrer inhaltlichen Ausprägung sehr stark unterscheiden und einen zunehmend branchenspezifischen Charakter haben. Als Beispiele sind hier das Deutsche E-Government-Gesetz (EGovG), Verbraucherschutzrichtlinien sowie das informationsabhängige, aber auch informationssensible Gesundheitswesen zu nennen. Zusätzliche Komplexität wird sich darüber hinaus aus teilweise abweichenden Standards und Vorgaben auf Bundes- oder EU-Ebene ergeben.

2) Welche Bedeutung nimmt für Sie das Thema ECM bzw. – allgemeiner gesprochen – das unternehmensweite Informationsmanagement in der digitalen Arbeitswelt ein?

Der Bedarf nach Lösungen für die Verwaltung und Verarbeitung von strukturierten und unstrukturierten Informationen wird weiter stetig ansteigen. Kollaborativ-ausgerichteten ECM Systemen kommt hier eine Schlüsselrolle zu. d.velop hat mit der „Social ECM“-Strategie bereits heute einen in dieser Vollständigkeit einzigartigen Ansatz, um die Wechselwirkungen zwischen strukturierten, semi-strukturierten und unstrukturierten Ad-hoc-Arbeitsmethoden über Unternehmensgrenzen hinaus abzubilden.

3) In den „neuen“ Mittelpunkt der ECM-Anwendung rückt damit eine anwenderfreundliche File-Sharing- und Kollaborationsfunktion?

Zweifelsohne. Die Mehrwerte werden heute gerade an der Schnittstelle zwischen Unternehmen bzw. Organisationen und dem privaten- bzw. Konsumentenumfeld geschaffen. Sowohl Cloud-basierenden „Sharing-Diensten“ als auch der Verknüpfung von ECM Plattformen mit Collaboration-Systemen wie SharePoint, Jira oder Confluence kommt hier eine wichtige Rolle zu.

4) Was ist in diesem Zusammenhang Ihre Vision vom ECM-Architekturkonzept der Zukunft? Eine “offene und verteilte” Plattform?

Ja, definitiv. Verwenden wir ruhig noch einmal den Begriff des sogenannten „hybriden ECM“, also die zunehmende Ausprägung von SaaS Modellen über gemischte Szenarien zwischen klassischer, selbstbetriebener Unternehmens-IT im eigenen Rechenzentrum sowie additiven Mehrwertdiensten über Cloud/Sharing/Zustellungsdienste. Dazu kommt das Element des Teilens von Informationen über die „Social“ Ebene. Und schon sind wir wieder beim „Social ECM“.

5) Wie nehmen die Unternehmen diese Veränderungen an?

Das Bewusstsein, dass der digitale Wandel kommen muss und kommen wird, steigt spürbar an. Kurzfristig erwarten wir eine weitere Beschleunigung der Digitalisierungs-Trends auch in Branchen und Marktsegmenten, welche bislang durch eine eher langsame Adaption von Cloud- bzw. Software-as-a-Service-Modellen geprägt waren. Dies betrifft insbesondere den wirtschaftlichen Mittelstand mit Unternehmensgrößen zwischen 500 und 2.500 Mitarbeitern, welche aus reinen Effizienzerwägungen mehr und mehr auf automatisierte Prozesse umsteigen werden. Bei öffentlichen Institutionen, der kommunalen Ebene oder auch bei gemeinnützigen Organisationen wird der Weg in neue Informations-Management Modelle (anders als im gewerblichen Bereich) primär aus einem Mangel an Fachkräften bzw. der Notwendigkeit zur wirtschaftlichen Abbildung eines 24-Stunden-Dienstleistungsbetriebes motiviert sein. Mit klassischen Betriebsmodellen wäre dies einfach nicht darstellbar.

6) Was sind die größten Herausforderungen für die Unternehmen auf dem Weg dorthin?

Primär- und Sekundärprozesse zu digitalisieren bedeutet immer auch einen Wandel in der Art und Weise wie Dinge traditionell getan wurden. Es gibt daher wesentlich mehr mentale als lösungstechnische Barrieren. Wichtig ist es daher, die Mitarbeiter in diesem Veränderungsprozess durch permanente Information, Schulung und aktive Beteiligung an der Definition und Einführung der „neuen“ Prozesse zu beteiligen. Darüber hinaus gilt es die richtige Balance zwischen strukturierten und unstrukturierten Abläufen zu finden.

7) Was sind Ihre Erwartungen an die ECM WORLD?

Bei der d.velop AG erwarten wir einen interessanten Kongress und viele spannende Gespräche über die aktuelle und zukünftige Rolle von ECM Lösungen als Kernelement des digitalen Wandels.

Veröffentlicht unter Allgemein.

Ein Gedanke zu „Werner Lütkemeier: Die ECM-Zukunft liegt in der Verknüpfung von Cloud-basierenden „Sharing-Diensten“ mit ECM Plattformen und Collaboration-Systemen!

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